Burma Mitgliederbericht
Avaaz Mitglieder unterstützen die burmesische Demokratiebewegung mit über $325,000
"Herzlichen Dank von Freunden in der Not"
– Dr. Naing Aung, Generalsekretär, Forum für Demokratie, Burma


Vor drei Monaten haben Avaaz Mitglieder in nur vier Tagen über $325,000 gespendet, um die Bemühungen des burmesischen Volkes für einen friedlichen politischen Wandel zu unterstützen und die Weltöffentlichkeit auf ihren Kampf aufmerksam zu machen.

Sie finden hier einen Bericht über die Aufteilung der Gelder und einen kurzen Ausblick auf die aktuelle Lage. Der Report basiert auf meiner Reise in die Region, um mich nach dem Spendenaufruf mit den Köpfen der burmesischen Demokratiebewegung über Strategie und Bedürfnisse zu beraten und um sicherzustellen, dass die Spenden unserer Mitglieder auch wirklich dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden.

- Ricken Patel, Geschäftsführer, Avaaz


Hintergrund: Die Macht des Volkes versus Tyrannei

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Burmesische Mönche übergeben zusammen mit dem Avaaz Team die Petition an den britischen Premierminister und Sicherheitsratmitglied Gordon Brown

 
Seit Jahrzehnten wird das burmesische Volk von einer brutalen und korrupten Militärdiktatur regiert. Trotz des hohen Risikos hat die Bevölkerung unter der spirituellen Führung der demokratisch gewählten Führerin Aung San Suu Kyi, welche seit Jahren unter Hausarrest steht, mehrmals versucht, gegen das Regime zu demonstrieren.

Letzten Herbst marschierten buddhistische Mönche, gefolgt von Hunderttausenden, durch Burmas Strassen und forderten, angesichts bitterer Armut und Unterdrückung, politische Veränderung. Die Weltöffentlichkeit antwortete mit beispielsloser Solidarität.

Avaaz Mitglieder antworteten kraftvoll, mit einer globalen Petition, welche mit über 800,000 Unterschriften von China und dem UNO Sicherheitsrat das harte Durchgreifen fordert, um den friedlichen Protest der burmesischen Bevölkerung weiterhin zu ermöglichen und zu gewährleisten. Avaaz Mitglieder unterstützten und finanzierten eine weltweite Zeitungskampagne, mit der Petition als Bestandteil, welche die chinesische Unterstützung der Junta ins Visier nimmt. Avaaz Mitglieder organisierten und beteiligten sich ebenfalls an weltweiten Protestmärschen am 6. Oktober in Hunderten von Städten. In Singapur protestierten Avaaz Mitglieder erfolgreich bei ihrem Außenminister, um den Generälen ihre Auslandinvestitionen und Ferienmöglichkeiten zu verweigern. In Europa intervenierten Zehntausende von Avaaz Mitgliedern direkt bei ihren Außenministern, um gezielte Wirtschaftssanktionen gegen das Regime zu stärken.
 

Bericht über die gegenwärtige Lage:

Der burmesische Diktator Than Shwe erteilt den Befehl zum gewaltsamen Vorgehen gegen die friedlichen Mönche

Mönche marschieren, vor den gewaltätigen Zusammenstössen, friedlich in den Strassen von Rangoon

 
Die allgemeine Lage in Burma hat sich seit den Protesten signifikant verschlechtert. 80% der Anführer der Mönche und der Studentengruppen, welche die Proteste anführten, sind im Gefängnis. Der Rest ist auf der Flucht und versucht, in Anbetracht des konstanten Risikos entdeckt zu werden, sich an sicheren Orten zu verstecken. Die burmesische Militärdiktatur schreckt vor ausgiebiger Folter nicht zurück, um sich durch das Aktivistennetzwerk zu arbeiten und auf ebenso brutale Art und Weise wurden weitere Proteste auf der Strasse umgehend unterdrückt. Unsere ursprüngliche Hoffung war es, die von der Junta organisierte Informationssperre zu brechen und die Verbindungen zur Außenwelt wiederherzustellen. Doch mittlerweile sind die Proteste abgeflaut, so dass es nichts Signifikantes mehr darüber zu berichten gibt.

Doch es besteht Hoffnung, die wir dank Ihrer Unterstützung am Leben erhalten können. Gewaltherrschaften konnten immer nur mit langwierigen Anstrengungen und Opfern gestürzt werden. Die Burmesen kämpfen schon seit zwanzig Jahren, und wir verpflichten uns, ihnen beizustehen.

Gründe, die Hoffnung wecken:

  1. Die Proteste letzten Herbst brachten eine neue Generation von Aktivisten in die Politik. Hunderttausende sind erpicht darauf, den Kampf aufzunehmen und sich für die Sache einzusetzen.
  2. Die Brutalität, die gegen die in der Bevölkerung hoch geachteten Mönche angewendet wurde brachte das Fass zum Überlaufen. Die Generäle verloren jegliche Legitimität beim Volk – Sie verschanzen sich in ihrer Urwaldhauptstadt und regieren durch Schreckensherrschaft.
  3. Es gibt Meinungsverschiedenheiten innerhalb der burmesischen Armee und gewisse ranghohe Beamte verweigerten ein hartes vorgehen gegen die Demonstranten.
  4. Der Internationale Druck bleibt bestehen: Der UNO Sicherheitsrat und China forderten von der Junta in Resolutionen, den (wenn auch mangelhaften) Demokratisierungsprozess schnell voranzutreiben. Im Mai soll ein konstitutionelles Referendum abgehalten werden.
  5. 2008 wird ein entscheidendes Jahr für die burmesische Demokratiebewegung, und es werden verheißungsvolle Pläne geschmiedet. Die Bewegung arbeitet an ihrer großen Rückkehr
 

Finanzierungsmethode

Ein junger Student und ein Mönch nehmen am Trainingsprogramm für gewaltfreien Widerstand teil - Um nicht entdeckt zu werden, verbergen sie ihre Gesichter



 
Beim Übermitteln Ihrer Spenden wollten wir vor allem sicherstellen, dass ihr Geld wirklich effizient eingesetzt wird.

Der erste Geldtransfer in Höhe von fast $60,000 fand einige Tage nach dem Spendenaufruf statt und wurde ausschließlich in Technologien investiert, welche für das “Brechen der Informationssperre” benötigt wurden, um die Verbindung zur Außenwelt wiederherzustellen. Da wir jedoch dreimal so viel Geld, wie für dringende Bedürfnisse erforderlich waren, sammeln konnten, nahmen wir uns die Zeit, um durch Konsultationen in unserem Netzwerk sicherzustellen, dass das Geld kritischen Bedürfnissen, sowie den entsprechenden Organisationen, zukommt. Ich reiste deshalb zwei Wochen lang durch die Region und traf mich mit den Anführern der Oppositionsbewegung. Ich hörte ihnen zu, stellte ihnen Fragen und lernte viel dazu. Ich habe während Jahren für internationale Organisationen in Sierra Leone, Liberia, Sudan und Afghanistan gearbeitet und seit 2001 bin ich involviert im Burma –Aktivismus, was mir genügend Erfahrung mitgab, um die Dynamik der verschiedenen Gruppen zu verstehen.

Von Anfang an war uns bewusst, dass eine zweckmäßige Zuteilung von Geldern, Kontrolle der Ausgaben und anschließende Weiterverfolgung eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe ist, die professioneller Hilfe bedarf. Avaaz ist nicht auf diesen Bereich spezialisiert, sondern auf die Organisation und Durchführung von Kampagnen. Wir wählten deshalb eine Stiftung als Partner, von der wir wissen, dass sie langjährige Erfahrungen in der Unterstützung burmesischer Gruppen besitzt, damit sie die gesammelten Gelder unseres Netzwerks administrieren kann. Das Open Society Institute ist eine der größten und respektiertesten Stiftungen in der Welt. Wir übermittelten das ganze Geld an das OSI und arbeiteten eng mit dieser Organisation zusammen, um unsere Prioritäten für die Zuteilung der Gelder festzulegen. Durch die Zusammenarbeit mit dem OSI entstanden keine weiteren Kosten, und die Stiftung erhöhte zudem ihre eigene Unterstützung der Sache für das Jahr 2008.
 

Finanzierungsprioritäten und Zuteilungsplan:


Anführer von mehreren burmesischen Aktivistengruppen treffen sich mit Avaaz Mitgliedern, um Strategien zu erörtern.




 
Die Prioritäten, welche aus Diskussionen mit den burmesischen Gruppen und dem OSI hervorgingen, waren:

1) Technologie - $92,000 – Die burmesischen Gruppen brauchen Kommunikationsmittel, um sich untereinander zu verständigen, ihre Aktionen abzusprechen und um mit der Außenwelt den Kontakt aufrecht zu erhalten.

2) Organisation - $150,000 – Die Ausbildung einer neuen Aktivistengeneration in gewaltfreiem Volkswiderstand und die Aufrechterhaltung des Kontaktes zwischen den verschiedenen Gruppen, innerhalb und außerhalb des Landes, wurde als wichtigste Priorität identifiziert.

3) Humanitäre Hilfe - $20,000 – Viele Familien von Aktivisten wurden durch Verhaftung, Folter oder durch Verschwinden von Angehörigen zerstört. Fehlende Unterstützung ist ein wichtiges Abschreckungsmittel für zukünftige Aktivisten. Wir teilten $20,000 für Unterstützung der Opfer zu, auch, um deren Schicksale an die Weltöffentlichkeit zu bringen. (Bitte beachten Sie, dass dies der Bereich mit den meisten sonstigen Spenden ist und wir wollten uns auf andere, ebenfalls dringend Bedürfnisse, fokussieren)

4) Internationales Lobbying - $40,000 – Viele burmesische Gruppen sind erstaunlich geschickt bei der Beeinflussung ausländischer Regierungen und in der Organisation der burmesischen Diaspora. Dies ist der Schlüssel, um den internationalen Druck erfolgreich aufrechtzuerhalten.

5) Reserve - $25,869 – Wir behalten diesen Betrag als Reserve für kommende Projekte und Bedürfnisse, die noch nicht identifiziert worden sind zurück. Es wurden zahlreiche Projekte für 2008 entwickelt, und dieses Geld hilft mit, die besten lancieren zu können.

Die Gruppen, welche wir finanziell unterstützen, wollen nicht bei Namen genannt und hier publiziert werden. Viele von ihnen operieren so still als möglich in Ländern, welche ihnen Unterschlupf gewähren und deren Regierungen Angst haben, die burmesischen Generäle zu erzürnen. Diese Aktivisten ziehen es aus verständlichen Gründen vor, wenn wir nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sie lenken. Sie können aber die Webseite des Burma- Projektes des OSI (Die Stiftung, an die Avaaz das gesamte Geld weitergeleitet hat) besuchen und sich dort die Liste der Organisationen ansehen, welche vom OSI unterstützt werden.

Diese Kampagne wurde durch zahlreiche individuelle Spenden von Avaaz Mitgliedern ermöglicht. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende mit, den Druck auch nächstes Jahr aufrecht zu erhalten:

Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit

 

Die Macht der Weltöffentlichkeit macht einen Unterschied

 
In einer Region mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von unter $2000 reicht das gesammelte Geld weit. Die Spenden des Avaaz -Netzwerkes haben geholfen die Bewegung in Schwung zu bringen. Bei manchen Verwendungszwecken konnten wir das verfügbare Geld verdoppeln. Dies ist eine eindrückliche Demonstration der unglaublichen Macht von Tausenden von Einzelpersonen, welche zusammen die Welt verändern können. Ich machte den burmesischen Gruppen im Namen unseres Netzwerkes ein Versprechen, und hoffe Sie stimmen mit mir überein – Ich sagte: „Wir stehen euch bei, und zwar so lange es dauert.“ Mit ein wenig Glück dauert es nicht allzu lange – 2008 wird ein gutes Jahr für Burma. Halten wir uns bereit!

Mit großem Respekt für Ihren Beitrag

Ricken Patel

Geschäftsführer, Avaaz
 
digg:".Burma Report Back."  del.icio.us:Burma Report Back   reddit:Burma Report Back 

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