Das größte und wirksamste Kampagnen-Netzwerk für Wandel weltweit.

Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig darf nicht totgespart werden!

Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig darf nicht totgespart werden!
  
  

 


Weshalb dies wichtig ist


Am 20.02.2013 hat das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, damals noch CDU geführt, unsere Hochschule, die Hochschule für BildendeKünste Braunschweig (HBK), zu weiteren Sparmaßnahmen aufgefordert. Diese jüngst gestellten Anordnungen beeinhalten Einschneidungen, die im höchsten Maße an den fundamentalen Strukturen unserer Hochschule kratzen. Wir als Studierende sehen die Gefahr, dass dies den Kern der HBK empfindlich verletzten wird. Sollten die geforderten Einsparungen in ihrem Umfang und im statuierten Zeitrahmen zur Umsetzung kommen, sind die Mitarbeiter, die Lehre, und somit die HBK als Institution gefährdet.


Direkte Konsequenzen des Sparplans sind:


- keine Wiederbesetzung für alle ausgeschriebenen bzw. auslaufenden Stellen für Beamte und Beschäftigte


- keine Gast- oder Vertretungsprofessuren


- keine Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen


- pauschal keine Erteilung neuer Lehraufträge


Solche Einschränkungen orientieren sich kompromisslos an pekuniären Bilanzen, ohne ein Auge für die eigentlich zu schützenden Werte zu haben: den Bildungsbetrieb um Wissenschaft und Künste.
Werte, denen sich Verantwortliche im Ministerium nach eigener Erklärung verpflichtet fühlen.

In ihrer Gesamtheit bedeuteten sie Verheerendes für Lehre und Betrieb. Mindestens 65 Kündigungen und Streichungen innerhalb der nächsten 3 Semester, die nicht auf die Wichtigkeit der jeweils wegfallenden Stelle achten und sich ausschließlich am geltenden Kündigungsrecht fest machen, können keine Lösung sein, um einem so komplexen Organismus, wie dem einer Hochschule, zur Besserung zu verhelfen.

Weiterhin sieht der Plan des Ministeriums vor, dass sämtliche Arbeitsverträge der HBK vom Ministerium bestätigt werden müssen. Der sich daraus ergebene Zeit- und Arbeitsaufwand hat zur Folge, dass zwei Wochen vor Semesterbeginn nur wenige Verträge unterzeichnet worden sind. Ganze Module stehen auf der Kippe und müssen eventuell abgesagt werden. Dadurch verlängert sich das Studium ggf. unnötig. Arbeitsverträge werden zudem nur mit weniger Vergütung bewilligt, dass heißt, das im Einzelfall eine ehemalige W3 Professur nun zu W2 Konditionen eingestellt wird. Vom W2 Gehalt werden aber nur 75% ausbezahlt. Dies ist kaum nachvollziehbar, da der Arbeitsaufwand der einzelnen Professoren aufgrund der Stellenstreichungen eher größer als kleiner geworden ist.


Um der HBK einen wirtschaftlichen und effizienten Betrieb zu ermöglichen, muss sie organisations- und lehrfähig bleiben. Vitale Organe in allen Bereichen von Betrieb, Verwaltung und Lehre schlichtweg absterben zu lassen, ohne mit Vertretungen oder Gastkräften jedweder Art kompensieren zu können, nimmt ihr (der HBK und der Lehre) jegliche Fähigkeit zur Selbstverwaltung.


Ganze Module fallen aus dem Lehrplan, eventuell sogar bereits ab dem SoSe 2013, was oftmals grundlegende und prestigeträchtige Inhalte, und damit Alleinstellungsmerkmale im Vergleich zu anderen Hochschulen, betrifft. Für bereits eingeschriebene Studierende sind solche Einschnitte nicht tragbar, bedeuten sie doch schwerwiegende Eingriffe in Studienstruktur und Betreuung. Für die Hinzugewinnung neuer Bewerber und Bewerberinnen bedeutet sie einen weiteren Rückgang der Bewerberzahlen und betreffen somit das Fortbestehen der Lehranstalten als solche.


Die seit 2005 bestehenden Missstände im Haushalt können und dürfen nicht zu Ungunsten der aktuell und zukünftig Studierenden und nicht um den Preis essentieller Bildungsinhalte behoben werden. Die HBK zu sanieren, kann nicht bedeuten, sie ohne jede Rücksicht auf Flexibilität in der Verwaltung und Vielfalt im Bildungsangebot zu limitieren. Die Konkurrenzfähigkeit der Hochschule zu erhalten ist ein integraler Bestandteil eines jeden erfolgversprechenden Sparplans. Ohne die Freiheit, die Einsparungen im Sinne der Nachhaltigkeit durchzuführen, verfehlen jedwede Initiativen ihr erklärtes Ziel.


Vor dem Hintergrund ihrer Notwendigkeit haben wir Studierenden Geduld und Leidensfähigkeit bei Einsparungen und ihren Auswirkungen auf unser Lehrumfeld bereits desöfteren bewiesen. Die Leitung und Verwaltung der HBK zeigten sich in der Vergangenheit zur Formulierung und Umsetzung von entsprechenden Umverteilungsplänen bereit und bleiben für weitere Verhandlungen offen.
Sollten die notwendigen Schritte nicht neu verhandelt werden und Alternativen zu den Anordnungen gefunden werden, sehen wir Studierenden uns gezwungen, unseren Interessen mit organisiertem Widerstand Gehör zu verschaffen.

Wir bitten die neue SPD/Grüne Landesregierung, diese Sparmaßnahmen rückgängig zu machen und uns ein angemessenes Studium zu ermöglichen.

Aktualisierung:

Am Samstag, den 09.03.2013 hat unsere erste Demo statt gefunden. Ein Video mit Statements der Studierenden finden Sie hier: https://vimeo.com/61534134

Eine weitere Demo fand am Samstag, den 16.03.2013. statt. Das Video können Sie hier sehen: https://vimeo.com/62249173

Weiterhin können Sie sich bei Interesse an unseren weiteren Aktionen auf diesem Blog informieren: http://astahbkbs.blogspot.de/


Gepostet März 5, 2013
Als unangemessen melden
Zum Kopieren klicken: